Um einem Portrait den letzten Schliff zu verleihen ist es nötig, sich mit der Bildbearbeitung auseinanderzusetzen. Die Beauty Retusche soll kleinere oder größere Makel im Bild wegretuschieren und das Modell vorteilhafter erscheinen lassen. Hier zu verwenden wir Photoshop
in der Version CS3.
Starten Sie bitte Photoshop und öffnen das zu bearbeitende Bild.Datei → Öffnen → Bildmaterial auswählen oder mit der Tastenkombination Strg+O.

Nun öffnet sich ein Fenster und wir können das Bildmaterial auswählen.
Der erste Schritt nach dem Öffnen sollte immer das Erstellen einer Kopie der Hintergrundebene sein.
Das hat den Vorteil, dass wir nicht die Originalebene bearbeiten müssen und dadurch immer wieder zurück zum Ursprungsbild gelangen können. Das tun wir in dem wir die Hintergrundebene auf das Neue Ebene erstellen Symbol ziehen.
Jetzt geht es an die so genannte Standartkorrekturen. Wenn Sie Tonwerte oder die Farben korrigieren wollen, sollten Sie „nicht destruktiv“ arbeiten. Das heisst nicht auf dem Bild selbst sondern mit Einstellungsebenen damit Sie die Einstellungen jederzeit rückgängig gemacht oder verändern werden können.
Nun öffnet sich das Dialogfeld für die Tonwertkorrektur. Ziehen Sie den Schwarzregler bis zum linken Fuß der Kurve, nach rechts (rot markiert). Den Gammaregler (blau markiert) können Sie beliebig, je nach Tonwertverteilung, nach links oder rechts bewegen. Hierbei kommt es immer aufs Bildmaterial an. Als letzten Regler haben wir noch den für den weißen Tonwertbereich (grün markiert). Auch den ziehe ich normalerweise bis an den rechten Fuß der Kurve. Jedoch ist hier die Verteilung nicht optimal, sodass es bei mir nicht unbedingt nötig ist. Nun noch auf „OK“ klicken und die Veränderung wird im Bild übernommen. Am besten spielen Sie etwas mit den Reglern und treffen eine Endscheidung, die für Sie brauchbar ist.

Wie bei der Erstellung, der Einstellungsebene, für die Tonwertkorrektur, erstellen wir jetzt eine Einstellungsebene für die Selektive Farbkorrektur.
Hier verstärke ich gerne die Hauttöne oder schwäche sie etwas ab, je nach Geschmack und Bedarf. Dies tun wir in den Rot-, und Gelbtönen. Treffen Sie Ihre Einstellungen und klicken anschließend auf „OK“, damit die Einstellungen übernommen werden.

Als nächsten Schritt möchte ich dahin übergehen, leichte Pickel, Hautunreinheiten und die blauen Flecken zu entfernen. Für diesen Arbeitsschritt verwende ich am liebsten das Bereichsreparatur-Pinsel-Werkzeug jedoch ist das Ausbessern-Werkzeug im Fall der Hautunreinheiten genauso gut geeignet.

Bevor es an dieser Stelle mit dem Bereichsreparatur-Pinsel-Werkzeug weiter geht erstellen wir noch eine transparente Ebene, auf der wir gleich die Hautretusche weiter durchführen werden. Hierfür klicken Sie einfach auf das Symbol für Neue Ebene Erstellen, genauso wie Sie vorhin die Hintergrundebene kopiert haben, nur dieses Mal ohne eine Ebene darauf zuziehen. Mit einem Doppelklick auf den Namen der Ebene, können Sie diese zusätzlich umbenennen.

Die neue Ebene ist angewählt. Wählen Sie das Bereichsreparatur-Pinsel-Werkzeug und stempeln die unerwünschten Bereiche einfach weg. Dies am besten mit einer möglichst kleinen Pinselspitze. Wer sich hier genügend Zeit lässt hat es später leichter und muss weniger stark weichzeichnen.
Nachdem wir jetzt die Haut und den Boden bereinigt haben sieht das Ergebnis wie folgt aus:

Die Ebene „Boden“ sollte jetzt aktiv sein.
Die Auswahl treffen wir am besten mit dem Zauberstab-Werkzeug. Je nach Toleranz werden hier kleinere oder größere Teile des Bildes markiert.

Wichtig ist das die Checkbox Benachbart angeklickt ist, da sonst alle Pixel im Bild mit derselben Farbe zuzüglich Toleranzwert ausgewählt werden.
Wenn die Auswahl fertig ist, ist es Zeit, den Weichzeichner anzuwenden. Hier für gehen Sie bitte auf den Menüpunkt Filter → Weichzeichnungsfilter → Gauscher Weichzeichner.


Wieder öffnet sich ein Fenster für die Einstellungen des Weichzeichners. Mit dem Regler Radius kann der Grad der Weichzeichnung eingestellt werden.
Jetzt aktivieren Sie bitte die Ebenenmaske der Ebene „Boden”. Das ist die noch weiße Fläche in dieser Ebene.


Aber das werden wir jetzt ändern. Wählen Sie das Pinsel-Werkzeug aus der Werkzeugleiste an und wählen Schwarz als Vordergrundfarbe aus. Nun malen Sie über alle Bereiche, die keine Weichzeichnung behalten sollen. Wenn Sie die Intensität des „Pinsel-Werkzeugs“ ändern möchten, wählen Sie einfach einen Grauton als Vordergrundfarbe aus. Je mehr schwarz in dem Grauton enthalten ist umso mehr wird von der Weichzeichnung entfernt. Mit weiss als Vordergrundfarbe können Sie die Weichzeichnung auch wieder in das Bild malen. Der weichgezeichnete Bereich sieht in meinem Bild nun so aus:

Nun bekommt die Haut unseres Modells noch eine Weichzeichnung. Genauso wie wir es in den anderen Schritten schon gemacht haben. Hierfür nehmen wir die „Ebene 1“ und hängen ihr eine Ebenenmaske an. Die „Ebene 1“ ist aktiv und wird jetzt mit dem Filter Gauscher Weichzeichner bearbeitet (Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gauscher Weichzeichner). Für den Radius habe ich den Wert 5 gewählt. Hierbei gilt – lieber etwas zu wenig weichzeichnen als zu viel. Nun malen wir wieder mit dem Pinsel-Werkzeug alle Bereiche frei, die nicht weichgezeichnet werden sollen. Das sind der Boden, da wir diesen separat schon bearbeitet haben, die Tasche, die Stiefel und das Kleid. Denken Sie daran, dass die Ebenenmaske der „Ebene 1“ noch aktiviert werden muss bevor es losgehen kann. Dann hätten wir noch die Haare, die Lippen, die Augen, die Augenbrauen, die Nasenlöcher und der Mund. Mit einer geringeren Deckkraft bearbeite ich dann noch charakteristische Bereiche wie markante Falten, die Hände und die Kniekehlen. Wenn ich mit diesem Arbeitsschritt fertig bin stelle ich die Ebenendeckkraft so ein, dass die Weichzeichnung harmonisch mit den anderen Ebenen einhergeht. In meinem Fall sind das ca.: 45%
Als letzten Schritt wird etwas aufgehellt: dass Augenweiss, die Pupillen und natürlich die Zähne. Dies sollte sehr dezent passieren, da es schnell unecht wirkt, und das wollen wir nicht. Hier für wenden Sie bitte das Abwedler-Werkzeug an. Stellen Sie im Werkzeugmenü die Belichtung ein. Hier empfehle ich einen Wert deutlich unter 15 % und bevor es losgehen kann wählen wir noch die Hintergrundebene aus, um auf ihr die Aufhellung vor zu nehmen.

Im „vorher-nachher“-Vergleich sehen Sie, dass unser Modell wesentlicher lebendiger wirkt und nicht mehr so grau.
Wenn sie jetzt den absolute Glanzpunkt setzen wollen, dann machen Sie folgendes:
Wählen Sie das Abwedler-Werkzeug und hellen alle Bereiche, wie zum Beispiel die Glanzlichter auf der Tasche oder den Stiefeln. Das verleiht dem ganzen Bild mehr Kontrast.
Ich hoffe Ihnen hat das Tutorial gefallen und Sie können den einen oder anderen Tipp auf Ihre eigenen Bilder anwenden.